Grundkriterien des Schnitts
Das Kriterium bestimmt Größe, Aussehen und Form des geschnittenen Baumes, der sein sollte:
Niedrig - Im ersten Schnittkriterium bezieht es sich mehr auf die Höhe des Stammes als auf die des Baumes insgesamt. Bei Obstbäumen ist die heutige Vorliebe für kleine Bäume mit wenig Stamm unbestreitbar; und welche Erziehungsform auch gewählt wird, eines der Ziele des Schnitts ist es, niederstämmige Bäume zu erreichen.
Solide - das zweite Kriterium, das die Notwendigkeit eines soliden Baumes festlegt, bezieht sich auf seinen Stamm und seine Äste. Die Schnittarbeiten müssen eine Baumstruktur erreichen, die der Einwirkung klimatischer Faktoren standhalten kann, ohne Brüche oder Risse ihrer grundlegenden Elemente zu erleiden.
Belüftung - das dritte Qualitätskriterium des Schnitts besteht darin, dass damit in der gesamten Krone belüftete, durchlüftete und gut beleuchtete Bäume erreicht werden. Luft und Licht sind unerlässlich für Austrieb, Entwicklung und Wachstum der aktiven Elemente des Baumes; wenn also die Dichte der Vegetation die innere Beleuchtung und Belüftung der Krone behindert, erneuert sich diese nicht und altert schnell, wobei sie die innere Vegetation verliert.
Gleichgewicht - technisch das vierte Kriterium, das die Qualität der Schnittarbeiten bedingt, hinsichtlich des in einem Baum erreichten Gleichgewichtsgrades. Das Gleichgewicht bezieht sich auf die Regelmäßigkeit und Symmetrie der Krone; ein gut geschnittener Baum muss eine harmonische und gleichmäßige Entwicklung aufweisen. Andererseits muss ein Gleichgewicht zwischen Fruchtbildung und jährlichem Wuchs hergestellt werden, sodass keines von beiden über das andere überwiegt.